Armageddon





"Armageddon", der bislang teuerste Film aus dem Hause Disney, ist in den USA der Kino-Senkrechtstarter der Woche. Das Leinwand-Drama über eine befürchtete Kollision zwischen einem Killer-Asteroiden und der Erde mit Bruce Willis als heldenhaftem Retter spielte an seinem Premieren-Wochenende 36 Millionen Dollar (rund 65 Millionen Mark) ein.

Der Film setzte sich vor allem bei den jüngeren Kinogängern durch. Der Film schlägt ein Tempo an, "das sich mehr am MTV-Publikum orientiert", erläutert sein Produzent Jerry Bruckheimer.

Der Streifen hat damit rund ein Viertel seiner auf 200 Millionen Dollar geschätzten Produktions- und Werbekosten wieder eingespielt. Trotz dieser beachtlichen Summe sprechen Insider von einem eher enttäuschenden Ergebnis. So spielte der erste Kometenthriller des Jahres "Deep Impact" 41 Millionen Dollar an seinem ersten Wochenende ein. "Independence Day" brachte es in den ersten fünf Kinotagen gar auf 84.9 Mio $, "Men in Black" konnte knappe 80 Millionen Dollar an seinem Premierenwochenende in die Kinokassen spülen.

Wird "Armageddon" nun nach "Godzilla" der zweite als Riesenhit angekündigte Streifen, der hinter den Erwartungen zurück bleibt? Kenner der US-Charts vermuten, daß "Armageddon" bei ca. 150 Millionen Dollar ausbrennen dürfte und somit seine Kosten allein in den USA nicht einspielen wird.

Die Disney-Studios wiegeln hingegen ab und wollen von einem vermeintlichen Mißerfolg nichts wissen. Joe Roth, Studioboss bei Disney, verkündete, er habe vor dem Kinostart gesagt, daß er mit einem Einspielergebnis von 10 Mio $ pro Tag über das erste Wochenende glücklich wäre: "Ich hätte mir vielleicht Zeit nehmen sollen, um mit der Presse über meine Erwartungen zu sprechen". Roth ist davon überzeugt, daß "Armageddon" seinen direkten Konkurrenten "Deep Impact" schließlich und endlich noch überflügeln wird.

Zweckoptimismus oder nicht - der Untergangsstreifen wird es schwer haben an der Spitze der US-Charts, stehen doch "Lethal Weapon 4" und "Saving Private Ryan" bereits in den Startlöchern.

"Armageddon" ist in Deutschland ab dem 16. Juli zu sehen und wird dem momentanen Spitzenreiter "Sechs Tage, sieben Nächte" den ersten Rang streitig machen. Der Film mit dem Superstar Harrison Ford und der Newcomerin Anne Heche blieb auch in der zweiten Woche an der Spitze der deutschen Kinocharts und zog 240.804 Zuschauer an. Die Mischung aus Liebe, Action und Exotik in der Abenteuer-Romanze ist offenbar das richtige Rezept für einen sommerlichen Kinoabend.

Auf dem zweiten Rang der deutschen Charts behauptete sich die romantische Komödie "Eine Hochzeit zum Verlieben" (153 725 Besucher). Der Zeichentrickfilm "Das magische Schwert", der unter anderem von Nena und den TV-Komikern Wigald Boning und Olli Dittrich synchronisiert wurde, erreichte am Wochenende (25.-28. Juni) 87.244 Zuschauer und blieb auf Platz drei. 20 Jahre nach der Premiere brachte es das Musical "Grease" mit John Travolta als Neueinsteiger auf Anhieb auf Platz vier. "Deep Impact" fiel auf Platz fünf zurück.

© CEK